Begegnung und internationale Partnerschaft
Dieses Projekt wurde an einem von der CITF (Internationale Kommission des frankophonen Theaters) organisierten
Treffen geboren. Die Kommission hatte die Initiative ergriffen, 15 Theaterschaffende aus den französischsprachigen
Ländern der Welt (Gabon, Kamerun, Senegal, Quebec, Kanada, Frankreich, Belgien) an einem einwöchigen Theaterfestival
zusammenzubringen.

Ein ausgezeichnetes Sprungbrett für die eingeladenen Künstler, um im lockeren Rahmen gemeinsame artistische
Interessen zu wecken und diesen nachzuspüren.
So entstand « Avanti ! » aus einer Begegnung zwischen drei Personen :
Patricia Gomis, Ko-Direktorin der Companie Côté Jardin, Dakar, Senegal. Das ist eine der einzigen
Kindertheatergruppen, die in Senegal als solche anerkannt ist. Patricia Gomis hat in Frankreich auch wiederholt ihre Talente
als Schauspielerin unter Beweis gestellt.
Jeannine Gretler, Leiterin der Companie Orange Sanguine, Brüssel, Belgien. Ursprünglich aus der Schweiz.
Seit 1992 haben ihre verschiedensten Ausbildungen und Theatererfahrungen sie schon in mehrere Länder Europas geführt.
Gérard Corbion, Mitgründer der Companie de la Casquette, Brüssel, Belgien. Seit mehr als 25 Jahren
im Bereich Kinder-und Jugendtheater tätig. Hauptsächlich liess er sich an der Theaterschule
Lassaad Saïdi (Pädagogik Jacques Lecoq) ausbilden – eine Schule, die auch Jeannine Gretler besucht hat.
Jeannine Gretler, Patricia Gomis und Gérard Corbion über die Entstehung des Stücks
Wir wurden uns schnell bewusst, dass der internationale Charakter unseres Vorhabens uns auf allen Ebenen heraus fordern
würde: Wir mussten uns auf unbekannte, abenteuerliche Wege begeben, die uns Leidenschaft abverlangen und viel Bereicherndes
bringen würden. Und so war es dann auch. Natürlich bereitete uns das Projekt auch immer wieder Kopfzerbrechen
und Sorgen. Doch die aussergewöhnlichen menschlichen und professionellen Erfahrungen, die wir aus diesem Projekt mitnehmen,
waren die schlaflosen Nächte wert.
Jeder von uns dreien brachte Erfahrungen in der Clown-Arbeit mit – ein Element, das uns während des gesamten
Schaffensprozesses stark verbunden hat. Diese Gemeinsamkeit hat uns über die grossen (kulturellen) Unterschiede
in der Herangehensweise hinweg getragen.
Ein clowneskes Stück, ohne Worte, das sich dem Thema des erstmaligen Erlebens annimmt, und dabei technisch
leicht bleibt: Das war der Rahmen, den wir uns gegeben hatten, um unsere ersten Schritte in Schaffen hinein zu wagen.
Nachdem wir das künstlerische Team zusammengestellt hatten, mussten wir noch die richtigen Partner finden, die Koproduktion
organisieren und einen Terminkalender festlegen. All das war, so wie die Proben selber, ein Abenteuer, und erforderte mehrere
Monate Knochenarbeit in Senegal, Frankreich und Belgien.
Schnell stiegen wir dann in den Schaffensprozess ein. Wir probten in verschiedenen Etappen in allen drei
Herkunftsländern. Die Vorpremieren fanden an den französischen Festivals
«Méli-môme» in Reims, «Le P’tit Monde» in Hazebrouck und in «la Roseraie» in Brüssel, Belgien statt.
Wenig später, im August, reisten wir mit "avanti !" bis nach Japan ans «EU Theatre Arts for Children
and Young People Festival 2005». Gleich danach war die offizielle
Premiere in Belgien, am renommierten Kinder-und Jugendtheaterfestival in
Huy (Rencontres de théâtre jeune public). Aus dem positiven Echo dieser ersten
Auftritte heraus entwickelte sich eine Tournee, die sich bis heute erfolgreich weiterzieht.