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Special mention for "the burlesque odyssy for such a humaine piece" and "the press favourite"



(...) Wunderbar gelungen ist auch „Avanti!“, ein lustiges, köstliches Stück. Wir wissen es ja alle: In uns steckt noch der Urmensch. „Avanti!“ nimmt die Metapher beim Wort. Drei Urmenschen entdecken nach und nach ihre kleine Umwelt, ganz erstaunt, überhaupt da zu sein. Fürs Publikum erleben sie die Entwicklungsgeschichte der Menschheit neu, im Kreis auf brauner Erde hockend. Um sie herum wachsen nichts als dicke Kartoffeln. Nach und nach entdecken sie den aufrechten Gang, den Privatbesitz, die Liebe, die Geldgier, das elektrische Licht, die Lachanfälle, den Tod und die Verlogenheit. So modern gekleidet wir auch ins Theater gekommen sein mögen, wir haben uns kaum weiterentwickelt... Unter Pierre Richards Regie gelingt die Karikatur vorzüglich. Das Stück erfindet eine kohärente, sehr nachvollziehbare Welt, und ist von drei SchauspielerInnen getragen, die sich in ihren Rollen als prähistorische Clowns eindeutig wohl fühlen. Gérard Corbion, Patricia Gomis und Jeannine Gretler geben nie ein (richtiges) Wort von sich, dafür spricht ihr sehr körperlicher Humor Bände.
Das Trio bewegt sich in verschiedenen Genres: Stummfilm, Pantomime, Commedia dell‘arte, klassische Tragödie, und spielt gekonnt mit Anachronismen, um uns zu verblüffen. Das gelungene Resultat ist umso erfreulicher, als drei Truppen in diesem Stück ihre Kunst vereinen – eine bestandene (la Casquette), eine neuere (Orange Sanguine) und eine ausländische (Côté Jardin aus Senegal).

Laurent Ancion – Le Soir – Friday August 19, 2005



In Huy geht es mit Avanti los !

(…) Menschlichkeit prägt auch das Stück „Avanti!“, ein ästhetisches Abenteuer, das in Huy vor zwei Jahren während der Begegnungstage der Citf (Internationale Kommission des französischsprachigen Theaters) entwickelt wurde. Zwei belgische Truppen (Casquette und Orange Sanguine) und eine senegalesische (Côté Jardin) machen gemeinsam eine Reise in die menschliche Vorgeschichte, um die Entwicklung der Welt in der Szenerie eines Kartoffelfeldes nachzuspielen. Entstanden ist eine bemerkenswerte, ebenso spielerische wie sinnliche Clownarbeit. Drei Figuren teilen sich, in Liebe und im Streit, dieselbe Bühne: Die Eine mit einem dicken Bauch ausgestattet, die Andere mit einem fetten Hintern, die Dritte mit einem grossen Buckel. Entspannt kneift man sich ins Hinterteil, tätschelt sich lächelnd die Wange. Zum Schluss – nachdem man sein leibliches und seelisches Hab und Gut säuberlich getrennt und den Segen der Elektrizität entdeckt hat – küsst man sich gierig die Lippen. Lautmalereien, Verfolgungsjagden, heftige Streitereien und kurze Versöhnungsphasen setzen in dieser lebenshungrigen Entdeckung der Welt entscheidende Akzente. Wehe der ersten Pobacke, die vorüberzieht!

Laurence Bertels - La Libre Belgique - Freitag, 19. August 2005



(…) « Avanti ! » ist ohne Zweifel ein grosser Glücksfall. Drei Figuren werden darin in eine nackte Welt geschleudert, und von „Kartoffelsteinen“ auf Trab gehalten. Allmählich entwickeln die Drei eine Art von Zivilisation. Ihre Körpersprache ist sehr spielerisch, vereint Pantomime und Tanz, und erinnert in ihren Lautmalereien an die Dialoge, die Burgess für den Film „Der Krieg des Feuers“ entwarf. Die Schauspieler verleihen ihren Figuren eine durchs Band körperliche Ausdrucksweise, und ebenso lernen diese Figuren ihren Körper und Ihr Revier kennen. Körperlich erkunden sie ihre physiologischen und geistigen Möglichkeiten, körperlich entdecken und teilen sie ihre Gefühle und Emotionen. Das Spiel kreist alternierend um Gewalt und Zuneigung, Anspannung und auflösendes Gelächter, Ablehnung und Bündnis.

Michel Voiturier - Le Jour Huy-Waremme - Samstag, 20. August 2005



Avanti ! für die Menschheit
Wenn drei Truppen – zwei belgische (la Casquette und Orange Sanguine) und eine senegalesische (Côté Jardin) – sich verbinden, um ein Schauspiel zu gestalten, ergibt dies eine belebende und anregende Mahlzeit. Hier duftet es herrlich nach Kümmel und Ingwer! Drei rätselhafte Gestalten –mit Popo, Buckel und Bauch ­– entschlüpfen einem Kartoffelfeld, um die Welt zu entdecken. So entsteht „Avanti!“, eine bemerkenswerte Mimen- und Clownarbeit, herrlich verspielt und ansteckend. Es wird geohrfeigt, Popos werden begrapscht und Hüften gerieben. Allerlei Rituale werden vollzogen, ehe es schliesslich zu berauschenden Küssen kommt. Jeder Kontakt zwischen den drei Figuren besteht aus Berührung und Lautmalereien. So entstehen allerlei Verfolgungsjagden, Pferdegalopps, körperlich–seelische Abgrenzungsmanöver, Wandlungen und Allianzen der köstlichsten und sinnlichsten Art. Hervorragendes Theater für ein junges Publikum, frisch und verzaubernd. „Avanti!“ entstand aus den Begegnungstagen des französischsprachigen Theaters in Huy 2003 und handelt vom Sinn, sich dem Anderen zu öffnen.

Laurence Bertels - la Libre Culture - Mittwoch, 31. August 2005



Drei Urmenschen, erstaunt darüber, auf der Welt zu sein, erleben die Entwicklung der menschlichen Art – zum Vergnügen des Publikums. Nachdem sie auf einem Kreis brauner Erde erwacht sind, auf der ausschliesslich dicke Kartoffeln wachsen, erobern sie sich nach und nach den aufrechten Gang, den Privatbesitz, die Liebe, die Geldgier, die elektrische Beleuchtung, die Lachanfälle, den Tod und die Doppelmoral. Kam die Menschheit wirklich jemals weiter? Unter Pierre Richards‘ Regie gelingt die Karikatur hervorragend. Drei SchauspielerInnen, glücklich darüber, den prähistorischen Clowns ihren ganzen Körpereinsatz verleihen zu dürfen, tragen das Ihrige dazu bei. GC, PG und Jeannine Gretler sprechen kein einziges (wirkliches) Wort. Ihr körperlicher Humor spricht ganz für sie. Die SchauspielerInnen bewegen sich geschickt zwischen Stummfilm, Pantomime, Commedia dell‘arte und Tragödie. Sie spielen gekonnt mit Anachronismen, um uns aufs höchste zu verblüffen.

Laurent Ancion - Le Soir - Mad - Mittwoch, den 7. September 2005



Zu dritt sind sie, und landen plötzlich in einem Raum, so rund wie die Erdkugel. Ungeschliffen kommen uns die Drei dabei vor, haben sie doch noch alles zu lernen. Das Publikum begleitet ihre unwiderrufliche Entwicklung, nimmt lachend und bewegt daran teil. Die vielen Lernschritte der drei Figuren würden Seiten füllen: der aufrechte Gang, die Berührung, das Streicheln, der Streit, die Besitzlust, der einsame Reichtum, das Geschenk, die Entdeckung des Raumes und der Wissenschaft, die Gewalt, die Liebe, der Traum, die Eifersucht... Diese Drei brauchen keine Worte, um uns in ihren Bann zu ziehen, allzu berührend sind sie in ihrer Menschlichkeit. Bewegungen, Gesichtsausdrücke, kleine Schreie und Knurrereien reichen aus, damit wir sie vollkommen verstehen. Was für ein Vergnügen! „Avanti!“ ist ein grosser Erfolg, der völlig zu Recht die Einschätzung „ab 6 Jahren“, also ohne Alterslimite, verdient. Wer dieses Stück sieht, verlässt den Saal glücklich. Hut ab vor dieser Truppe.

Philippe Mathy - Le Ligueur - Mittwoch, 14. September 2005



Theatertreffen von Huy: Beurteilung der Jury

In einem schlichten Bühnenbild und mit stets präsenter Spiellaune entfaltet AVANTI! eine Welt von metaphorischem Reichtum, bei dem sich das Publikum von Anfang bis Ende der Vorstellung königlich vergnügt.

Drei aus dem Schlamm geborene Gestalten raufen und versöhnen sich nach Lust und Laune, und stehen stellvertretend für alle Menschengruppen, die man sich nur vorstellen kann: Kinder auf dem Pausenhof, Steinzeit-Gemeinschaften in ihren Höhlen, Erwachsene in ihren Beziehungskisten. Zusammenleben ist kompliziert, absurd und erheiternd: Davon zeugen diese drei Figuren, ihre mit viel sagender Gewalt herausgeschleuderten Lautmalereien, ihre gestotterten Geschichten, die sie unaufhörlich wiederholen. Alle Themen werden mit entzückender Leichtigkeit behandelt: die Entdeckung des Lebens etwa, oder die Frage nach dem Besitztum, und natürlich die zwischenmenschlichen Beziehungen. Grundlage dafür bietet die Verkörperung klassischer Menschentypen: bestimmend, mitlaufend...

Die drei SchauspielerInnen bieten ein dynamisches Interaktionsgeflecht, das von ihrer gleichwertigen Beherrschung der Clownarbeit lebt. Unterstützt werden sie dabei durch eine wirkungsvolle und präzise Bühnengestaltung und freche Kostüme. Das Stück ist auf Wiederholungen aufgebaut, die jedoch nie ermüdend wirken. Stets werden die erzählerischen Einheiten um Schattierungen bereichert, welche die Handlung auf kluge Weise vorantreiben.

AVANTI ist talentreiches Theater und kennt weder Anmassung noch schwerblütigen philosophischen Diskurs. Es handelt von ernsten Angelegenheiten – intelligent, humorvoll und leichtfüssig.

August 2005

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